
Der Begriff der menschlichen Sicherheit ist eng mit dem Bericht über die menschliche Entwicklung (Human Development Report, HDR) verbunden, der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) erstellt wird. Seit über 10 Jahren bietet er eine Grundlage für Debatten über die drängendsten Herausforderungen, denen sich die Menschheit gegenüber sieht. So wurden u.a. wichtige Themen wie "Entwicklungshilfe, Handel und Sicherheit", "Kulturelle Freiheit und Minderheiten", "Demokratisierung", "Migration" und "Klimawandel" behandelt. Einen Überblick über die bisherigen Ausgaben finden Sie hier.
Frieden und Entwicklung lassen sich nicht mehr getrennt voneinander betrachten. Wo Gewaltkonflikte oder Bürgerkriege herrschen, sind die Chancen auf Entwicklung gehemmt. Meist sind es ohnehin arme Länder, die von gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen sind. Die Entwicklungszusammenarbeit ist dort vor besonders große Herausforderungen gestellt. Umgekehrt ist Entwicklungsarbeit auch Friedensarbeit und leistet einen wichtigen Beitrag für die Schaffung eines dauerhaften Friedens. Die Vereinten Nationen tragen der Erkenntnis, dass Frieden mehr ist als die bloße Abwesenheit von Gewalt und Waffen, zunehmend Rechnung. Um Frieden zu sichern, müssen auch die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen – z.B. nach Nahrung oder einem Arbeitsplatz – berücksichtigt werden. Das Konzept der menschlichen Sicherheit rückt diese in den Mittelpunkt.

"Menschliche Sicherheit ist ein Kind, das nicht stirbt, eine Krankheit, die sich nicht ausbreitet, ein Arbeitsplatz, der nicht gestrichen wird, eine ethnische Spannung, die sich nicht in Gewalttätigkeiten entlädt, ein Dissident, der nicht zum Schweigen gebracht wird. Wer von menschlicher Sicherheit spricht, macht sich nicht Sorgen über Waffen, sondern über das Leben und die Würde des Menschen." – Mit diesem Sicherheitsverständnis führte der Bericht über die menschliche Entwicklung des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) 1994 eine neue Perspektive ein, die sich auf den Einzelnen richtet und vom Fokus auf staatliche Sicherheit abrückt. Denn menschliches Leben ist in einer globalisierten Welt nicht nur durch (Bürger-)Kriege gefährdet, sondern vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt. Das Konzept der human security schafft eine Verbindung von Sicherheits- und Entwicklungspolitik.
Lesen Sie hier den Informationstext "Menschliche Sicherheit" von Prof. Dr. Manuel Fröhlich.
Vereinte Nationen und menschliche Sicherheit
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Der Human Security Report wird vom Human Security Report Project, einem unabhängigen Forschungszentrum in Kanada, herausgegeben. Im Mittelpunkt stehen bewaffnete Konflikte und organisierte Gewalt mit ihren Ursachen und Folgen. Damit liegt dem Bericht ein enges Verständnis menschlicher Sicherheit zugrunde im Sinne der Freiheit von Furcht. Unter dem Titel "War and Peace in the 21st Century" untersucht der erste Bericht aus dem Jahr 2005 die weltweite und regionale Entwicklung von Gewalt und (Bürger-)Kriegen. Dabei nimmt er Bedrohungen menschlicher Sicherheit in den Blick wie Menschenrechtsverletzungen, Menschenhandel, Kriminalität und Kindersoldaten. Der zweite Bericht erschien 2009/2010 unter dem Titel "The Causes of Peace and The Shrinking Costs of War" und untersucht neben den Entwicklungen menschlicher Unsicherheit weltweit u.a. die Frage indirekter Kriegsopfer durch Krankheiten und Unterernährung.