Frieden & Entwicklung

Frieden und Entwicklung lassen sich nicht mehr getrennt voneinander betrachten. Wo Gewaltkonflikte oder Bürgerkriege herrschen, sind die Chancen auf Entwicklung gehemmt. Meist sind es ohnehin arme Länder, die von gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen sind.  Die Entwicklungszusammenarbeit ist dort vor besonders große Herausforderungen gestellt. Umgekehrt ist Entwicklungsarbeit auch Friedensarbeit und leistet einen wichtigen Beitrag für die Schaffung eines dauerhaften Friedens. Die Vereinten Nationen tragen der Erkenntnis, dass Frieden mehr ist als die bloße Abwesenheit von Gewalt und Waffen, zunehmend Rechnung. Um Frieden zu sichern, müssen auch die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen – z.B. nach Nahrung oder einem Arbeitsplatz – berücksichtigt werden. Das Konzept der menschlichen Sicherheit rückt diese in den Mittelpunkt.

  • Menschliche Sicherheit

    Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration

    Die Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration ist wichtiger Bestandteil der Friedens- konsolidierung. Ziel ist es, Friedensprozesse durch die Rückführung ehemaliger Kämpfer in ein ziviles Leben zu unterstützen.

  • Menschliche Sicherheit

    Ächtung von 52 Konfliktparteien Neuer Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kindern in bewaffneten Konflikten

    Im Jahr 2011 wurden 250.000 Kinder gezählt, die in bewaffneten Konflikten als Soldaten eingesetzt wurden. Zusätzlich kam es zu Misshandlungen, sexuellen Übergriffen, Verstümmelung und Ermordung zahlreicher Kinder in Krisenregionen. Am 9. Juni hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon seinen jährlichen Bericht zu Kindern in bewaffneten Konfliten veröffentlicht. 

  • Menschliche Sicherheit

    Humanitäre Hilfe in Konflikten

    In Konflikten steht die humanitäre Hilfe vor großen Herausforderungen. Behinderungen, Restriktionen, Übergriffe und ihre politische Instrumentalisierung schaffen erschwerte Bedingungen.

  • UN-Aktuell

    Kinder in bewaffneten Konflikten

    UN-Sonderbeauftragte zu Gast bei der DGVN

    Die Vereinten Nationen befassten sich in den letzten Jahren zunehmend mit dem Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten. Als höchste Repräsentantin auf diesem Gebiet tritt die Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs Radhika Coomaraswamy weltweit dafür ein, die Rekrutierung von Kindersoldaten, Tötung und sexuellen Missbrauch von Kindern zu bekämpfen. Der jährliche Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kindern und bewaffneten Konflikten dokumentiert diese Gewalttaten und prangert die Täter öffentlich an.

  • Entwicklungspolitik

    Gewalt verhindert Entwicklung

    Präsentation des Weltentwicklungsberichts 2011 in Berlin

    Neue Gewaltkonflikte überlagern zunehmend die Bedrohung menschlicher Sicherheit durch Kriege und Bürgerkriege. Besonders ärmere, fragile Staaten sind von politischer und krimineller Gewalt betroffen, die Entwicklung verhindert und Armut vergrößert. Die internationale Gemeinschaft ist diesen Herausforderungen nicht hinreichend gewachsen und muss ihr Krisenmanagement anpassen. Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige Weltentwicklungsbericht, den die Direktorin des Weltbankberichts Sarah Cliffe am 23. Mai in Berlin vorstellte.

  • UN-Aktuell

    Libyen: Mandat zum Schutz der Zivilbevölkerung, Resolution ermächtigt nicht zum Regimewechsel

    Prof. Dr. Thomas Bruha, DGVN-Vorsitzender

    Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat mit der Annahme der Resolution 1973 vom 17. März "eine historische Entscheidung getroffen", wie Generalsekretär Ban Ki moon in seiner Presseerklärung vom selben Tage eindrücklich formuliert hat. Die DGVN weist jedoch darauf hin, dass das Mandat des Sicherheitsrates strikt auf den Schutz der Zivilbevölkerung beschränkt ist. Es ermächtigt nicht zu einem Militäreinsatz, dessen eigentliches Ziel nicht humanitärer Natur ist, wie insbesondere der Regimewechsel in Libyen. Die DGVN weist auch auf die Notwendigkeit hin, dass die Maßnahmen letztlich den Schutz der Menschen in Libyen bewirken müssen und nicht zusätzliches, unverhältnismäßiges Leid unter der Zivilbevölkerung nach sich ziehen dürfen.

  • Weitere Nachrichten im Archiv

Seite drucken

Familie in Ruanda. UN-Foto: John Isaac

Was ist menschliche Sicherheit?

"Menschliche Sicherheit ist ein Kind, das nicht stirbt, eine Krankheit, die sich nicht ausbreitet, ein Arbeitsplatz, der nicht gestrichen wird, eine ethnische Spannung, die sich nicht in Gewalttätigkeiten entlädt, ein Dissident, der nicht zum Schweigen gebracht wird. Wer von menschlicher Sicherheit spricht, macht sich nicht Sorgen über Waffen, sondern über das Leben und die Würde des Menschen." – Mit diesem Sicherheitsverständnis führte der Bericht über die menschliche Entwicklung des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) 1994 eine neue Perspektive ein, die sich auf den Einzelnen richtet und vom Fokus auf staatliche Sicherheit abrückt. Denn menschliches Leben ist in einer globalisierten Welt nicht nur durch (Bürger-)Kriege gefährdet, sondern vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt. Das Konzept der human security schafft eine Verbindung von Sicherheits- und Entwicklungspolitik.

Lesen Sie hier den Informationstext "Menschliche Sicherheit" von Prof. Dr. Manuel Fröhlich.

UN und menschliche Sicherheit

Vereinte Nationen und menschliche Sicherheit
>>> Zum Überblick

Human Security Report

Der Human Security Report wird vom Human Security Report Project, einem unabhängigen Forschungszentrum in Kanada, herausgegeben. Im Mittelpunkt stehen bewaffnete Konflikte und organisierte Gewalt mit ihren Ursachen und Folgen. Damit liegt dem Bericht ein enges Verständnis menschlicher Sicherheit zugrunde im Sinne der Freiheit von Furcht. Unter dem Titel "War and Peace in the 21st Century" untersucht der erste Bericht aus dem Jahr 2005 die weltweite und regionale Entwicklung von Gewalt und (Bürger-)Kriegen. Dabei nimmt er Bedrohungen menschlicher Sicherheit in den Blick wie Menschenrechtsverletzungen, Menschenhandel, Kriminalität und Kindersoldaten. Der zweite Bericht erschien 2009/2010 unter dem Titel "The Causes of Peace and The Shrinking Costs of War" und untersucht neben den Entwicklungen menschlicher Unsicherheit weltweit u.a. die Frage indirekter Kriegsopfer durch Krankheiten und Unterernährung.