Abrüstung

Frieden durch Abrüstung – weltweit wird diese Philosophie den Vereinten Nationen zugeschrieben. Aber deren Bilanz ist ernüchternd. So sind in der Vergangenheit die internationalen Rüstungsausgaben sogar gestiegen. Die Generalversammlung hat zwar Abkommen in die Wege geleitet sowie jährlich Resolutionen im Abrüstungsbereich verabschiedet, diese haben jedoch keinen rechtsverbindlichen Charakter. Auch der Sicherheitsrat konnte die Bestrebungen aufgrund verschiedener Machtinteressen der ständigen Mitglieder nicht entscheidend voranbringen. Die UN-Geschichte zeigt: Forderungen nach allgemeiner Abrüstung sind unrealistisch. Die größten Herausforderungen unserer Zeit bestehen daher in einer stärkeren Kontrolle und Beschränkung der Verbreitung jeglicher Art von Waffen.

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Skulptur "non-violence" als Symbol für Frieden und Gewaltlosigkeit vor dem UN-Komplex in New York. UN-Foto: P Sudhakaran

Militärausgaben und Waffenhandel 2011

Weltweit lagen die Militärausgaben 2011 bei rund 1.738 Milliarden US-Dollar und stiegen damit erstmals seit 1998 nicht an - zwischen 2000 und 2009 hatten sie noch um 49 Prozent zugenommen. Regional nahmen die Militärausgaben 2011 v.a. in Nordafrika (25 Prozent), Osteuropa (19,2 Prozent) und dem Nahen Osten (4,6 Prozent) zu. Nach wie vor sind die USA der Staat mit den mit Abstand höchsten Militärausgaben der Welt (2011: 711 Milliarden US-Dollar), gefolgt von den anderen ständigen Sicherheitsratsmitgliedern China, Russland, Großbritannien und Frankreich. Auf den Rängen fünf bis zehn befinden sich Japan, Indien, Saudi-Arabien, Deutschland und Brasilien.
Der internationale Handel mit konventionellen Waffen stieg an: Zwischen 2007 und 2011 war das Handelsvolumen um 24 Prozent höher als noch zwischen 2002 und 2006. Die größten Waffenexporteure sind die USA mit einem Welthandelsanteil von 30 Prozent, gefolgt von Russland (24 Prozent) und Deutschland (neun Prozent). Die größten Importeure sind asiatische Länder, unter ihnen Indien, Südkorea, Pakistan und China.
Die Waffenverkäufe durch die 100 größten Rüstungsunternehmen der Welt nahmen 2010 weiter zu und umfassten ein Volumen von 411,1 Milliarden US-Dollar. Dabei überwiegen Unternehmen aus den USA.

Quelle: SIPRI Yearbook 2012